Anwalt vs. Blogger – neue Runde

Es geht munter weiter. Die Euroweb-Geschichte hat in Bloggerkreisen für mächtig Wirbel gesorgt, und nun passiert mehr oder weniger das Gleiche wieder: Der Justitiar der Firma Transparency Deutschland hat der Bloggerin Moni (wasweissich) eine email geschrieben. Dabei geht es um ein angebliches Verleumdungsposting. Moni hat darin von ihrer Freundin berichtet, die am Ende ihrer Probezeit bei Transparency gekündigt wurde; angeblich, weil jemand anderes den Job für weniger Geld macht. Um mal festzuhalten: Transparency hat dabei nichts verbrochen, wenn dann ist das allenfalls unschön.

Ich bin kein Jurist, aber der Text von Moni hört sich für mich nicht verleumderisch an. Von außen ist nicht zu beurteilen, ob Monis Bericht der Wahrheit entspricht, oder ob sie etwas hinzugefügt oder verschwiegen hat. Das ist auch nicht der Punkt, um den es mir geht.

Ist es neue Mode, dass Anwäte mit gezielt kurzen Fristen versuchen Blogger einzuschüchtern? Moni hat bis Sonntag Abend Zeit den betreffenden Artikel von Ihrer Webseite zunehmen. Falls sie das tut, ist er auch noch bei Robert Basic und anderen nachzulesen. Bei einer Organisation, wie der Transparency Deutschland, ist so eine Vorgehensweise sogar noch verwunderlicher.

4 Responses to “Anwalt vs. Blogger – neue Runde”

  1. Andreas says:

    Liebe Transparancy International,

    falls das so stimmt mit der Abmahnung habe ich einen Igel in der Tasche, denn auch Ihr werdet an Weihnachten um Spenden betteln. :mrgreen:

  2. Kann Moni X. belegen, was sie geschrieben hat? Hat Moni X. bei ihrer Recherche auch die Gegenseite befragt? Ihre Meinung mag sie kund tun, wie sie dies im Impressum sagt, aber zusätzlich Dinge bzw. Vorgänge zu behaupten, welche sie scheinbar nicht belegen kann bzw. von der Gegenseite keine Stellungsnahme eingeholt hatte, das halte ich für äußerst kritisch. Wohlgemerkt “Meinung” und “Behauptung” sind zweierlei und Moni X. hat meiner Meinung nach beides getan – die Behauptungen kann sie indes nicht belegen, wie es mir scheint. Das Schreiben des Justiziars ist indes keine Abmahnung sondern eine Aufforderung an Moni X., welche übrigens relativ anonym bleibt, aber selbst Roß und Reiter von anderen öffentlich nennt – kein feiner Zug.

  3. Naja, Roß (sprich Transparency Dtl.) nicht zu nennen, würde ja an der Sache vorbei gehen. Und der Reiter (Justitiar) wurde ja auch nicht explizit genannt, auch wenn man sich den Namen der Person aus den Kommentaren und Webseitenrecherche zusammenreimen kann. Diese Kritik kann ich also nicht nachvollziehen.

    Der Bericht ist ein persönliches Erlebnis, bzw. dass der Freundin. Dafür Belege zu finden, ist wohl kaum möglich und auch nicht notwendig. Eine Stellungnahme wurde ja von der Freundin erbeten, blieb aber aus.
    Und wie schon gesagt, macht der Eintrag auf mich nicht gerade einen verleumderischen Eindruck.

    Aber das ist, wie auch schon geschrieben, ist ja nicht der Punkt. Die Art und Weise ist der Punkt, der mich und auch andere verärgert. Diese Fristsetzung ist lächerlich. Falls die Behauptungen nicht stimmen, hätte man diese richtigstellen können und die Veröffentlichung einer Gegendarstellung verlangen können. Das wäre meiner Meinung nach der Richtige Weg gewesen.

  4. gold says:

    Gut zu Wissen. Kommt hier noch ein weiterer Beitrag? Würde sehr gern mehr darüber erfahren. Könntest du mir per E-Mail eine Antwort geben?

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